
Freitag, 12. November 2010
Mittwoch, 10. November 2010
Montag, 8. November 2010
Rückfall
Es kommt wieder, ich merke es.
Ich wache morgens auf und kann nicht aufstehen, weil mich das Gewicht, das in mir lastet zu schwer geworden ist. Manchmal wache ich in der Nacht auf, kann nicht mehr einschlafen und fühle mich trotzdem so müde, dass meine Augen nicht geöffnet bleiben können. Mir ist andauernd kalt, ich habe keine Lust mehr, mir die Geschichten anderer anzuhören, ich möchte jede Person schlagen, der es gut geht.
Es wird Herbst und alles verstärkt sich noch mehr.
Warum ich hier bin?
Um auf dich zu warten.
Ich wache morgens auf und kann nicht aufstehen, weil mich das Gewicht, das in mir lastet zu schwer geworden ist. Manchmal wache ich in der Nacht auf, kann nicht mehr einschlafen und fühle mich trotzdem so müde, dass meine Augen nicht geöffnet bleiben können. Mir ist andauernd kalt, ich habe keine Lust mehr, mir die Geschichten anderer anzuhören, ich möchte jede Person schlagen, der es gut geht.
Es wird Herbst und alles verstärkt sich noch mehr.
Warum ich hier bin?
Um auf dich zu warten.
Freitag, 15. Oktober 2010
Verblendung
Ich sitze auf diesem hässlichen Teppich, in diesem hässlichen Zimmer und höre jetzt seit nun gut 20 Minuten JAW mit Meer aus Tränen.
Wenn ich dir früher von Rap erzählt habe, hast du es nicht verstanden, warum ich so viel in den Künstlern sah, das du nicht erkanntest. Vor Kurzem habe ich deinen Brief erhalten und war erstaunt, die vielen Zitate meiner Lieblingskünstler aufzufinden.
Ich weiß jetzt, dass du durch meine Augen siehst, Kleine.
Vor Kurzem bin ich einer Frau begegnet, der ich irgendwann alles erzählt habe, das mit dir und mir, die vielen Briefe und Lieder, die ich für dich schrieb, ich habe ihr Fotos gezeigt und vielleicht hätte ich’s nicht getan, wenn ich nichts genommen hätte.
Aber jetzt weiß noch jemand außer uns über das, was geschehen ist bescheid. Nicht so intensiv wie du und ich und sie hat natürlich nicht alle Hintergrundinformationen bekommen, aber sie kennt meine Zeilen an dich, meine gemalten Bilder für dich hat sie sich angesehen und seitdem denke ich, dass ich all das entwürdigt habe. Niemand weiß, was ich je für dich empfand und manchmal zweifle ich daran, ob du es auch tust.
Ich erblinde am Tag, Iris.
Ich kann dich nicht mehr sehen, wenn ich die Augen schließe. Ich sehe die Konturen deiner Facette, aber eine schwarze Welle überflutet dich jedes mal, wenn ich nah genug bin, um deinen Atem zu spüren.
Krieg dein Leben in’ Griff.
Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz gehört habe, in letzter Zeit öfter als jemals zuvor.
Und ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, ohne dich, mein Engel. Du bist gegangen, aber wärst es nicht, wenn ich dich gehalten hätte. Das war mein größter Fehler im Leben voller Fehler. Du hast mich nicht verlassen, du wärst geblieben ohne zu zögern, du wärst mit mir gestorben, du hast es mir immer wieder an die Brust geschworen.
Und jetzt habe ich dich verlassen und alle Farben sind schwarz geworden, selbst das Blau der Decke dieses Zimmers. Es erdrückt mich und du bist nicht da, die mir die Last abnehmen kann. Mein Kopf ist verdorben und für meine Probleme habe ich keine Kraft mehr.
Wie konnte ich dich nur gehen lassen.
Wie konnte ich dich nur gehen lassen?
Wenn ich dir früher von Rap erzählt habe, hast du es nicht verstanden, warum ich so viel in den Künstlern sah, das du nicht erkanntest. Vor Kurzem habe ich deinen Brief erhalten und war erstaunt, die vielen Zitate meiner Lieblingskünstler aufzufinden.
Ich weiß jetzt, dass du durch meine Augen siehst, Kleine.
Vor Kurzem bin ich einer Frau begegnet, der ich irgendwann alles erzählt habe, das mit dir und mir, die vielen Briefe und Lieder, die ich für dich schrieb, ich habe ihr Fotos gezeigt und vielleicht hätte ich’s nicht getan, wenn ich nichts genommen hätte.
Aber jetzt weiß noch jemand außer uns über das, was geschehen ist bescheid. Nicht so intensiv wie du und ich und sie hat natürlich nicht alle Hintergrundinformationen bekommen, aber sie kennt meine Zeilen an dich, meine gemalten Bilder für dich hat sie sich angesehen und seitdem denke ich, dass ich all das entwürdigt habe. Niemand weiß, was ich je für dich empfand und manchmal zweifle ich daran, ob du es auch tust.
Ich erblinde am Tag, Iris.
Ich kann dich nicht mehr sehen, wenn ich die Augen schließe. Ich sehe die Konturen deiner Facette, aber eine schwarze Welle überflutet dich jedes mal, wenn ich nah genug bin, um deinen Atem zu spüren.
Krieg dein Leben in’ Griff.
Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz gehört habe, in letzter Zeit öfter als jemals zuvor.
Und ich weiß nicht, wie ich es schaffen soll, ohne dich, mein Engel. Du bist gegangen, aber wärst es nicht, wenn ich dich gehalten hätte. Das war mein größter Fehler im Leben voller Fehler. Du hast mich nicht verlassen, du wärst geblieben ohne zu zögern, du wärst mit mir gestorben, du hast es mir immer wieder an die Brust geschworen.
Und jetzt habe ich dich verlassen und alle Farben sind schwarz geworden, selbst das Blau der Decke dieses Zimmers. Es erdrückt mich und du bist nicht da, die mir die Last abnehmen kann. Mein Kopf ist verdorben und für meine Probleme habe ich keine Kraft mehr.
Wie konnte ich dich nur gehen lassen.
Wie konnte ich dich nur gehen lassen?
Dienstag, 5. Oktober 2010
L.
Sonntag, 26. September 2010
Für die Nixe.
Die Ohrstöpsel in den Ohren, die Lautstärke auf das Maximale gedreht, sitzt sie an ihr Bett gelehnt auf dem Boden und starrt die weiße Wand an.
Irgendwann hat sie alle Fotos abgerissen, so wütend, dass immer ein paar Fetzen der weißen Tapete an den Klebestreifen hängen blieben, aber sie wollte die glücklichen Zeiten nicht jeden Morgen nach dem Aufstehen sehen, sie wollte nicht realisieren, wie sich alles verändert hatte, wie leicht es früher gewesen war.
Komisch, dass man so viele Interpreten findet, die scheinbar den gleichen Schmerz verspüren wie sie, wenn man sich erst mal in der Situation befindet. Dann ist es, als hätte man Seelenverwandte gefunden, unter den vielen Rappern, den vielen Musikern, die ihr Leid in die Noten trugen und mit wütender Stimme den Schmerz aus dem Kopf sangen. Sie fand immer wieder neue Tracks, immer wieder bessere Zeilen, die ihre Lebenslage so gut beschrieben, dass sie manchmal dachte, jemand hat ihr in den Kopf gesehen.
Das war ein kleiner Trost, dass sie nicht alleine war.
„Nur wegen eines Jungen?“, fragten manche ungläubig, weil sie es nicht verstanden. Nur wegen eines Jungen, der nicht mehr ihrer war. Tut weh, so etwas zu hören, jedes Mal aufs Neue. Es tut weh, seine Bilder zu sehen, auf denen er so glücklich aussieht.
Wieso geht es ihm so gut, wieso geht es mir so schlecht? Wieso hat er einfach so abgeschlossen, wieso hänge ich noch so sehr an ihm, wie wenn man mit einem Schuh in ein Kaugummi tritt?
Und sie versuchen ja auch alle, sie zu verstehen. Sie erteilen ihr Ratschläge, versuchen, für sie da zu sein, hören ihr zu und reden ihr ein, dass es besser wird.
Natürlich wird es besser, irgendwann. Aber wenn dir die Lust an allem vergeht, hast du nicht mehr die Kraft, über die Zukunft nachzudenken.
Liebeskummer wäscht sich irgendwann aus, wie die Flecken aus einem Shirt. Irgendwann hat man alles so sehr durchgekaut, dass man den Schlussstrich zieht und neu beginnt.
Aber nicht jetzt, nicht morgen und gewiss nicht in nächster Zeit.
Vor Kurzem hat sie bemerkt, wie das ganze sie abgehärtet hat. Viele der dummen Kommentare prallten an ihr ab, als sei sie unter einer Glasglocke gefangen, die sie vor Bomben schützen sollte. Unnahbar – unantastbar.
Bald wird es Winter, dachte sie. Spätestens dann muss ich aus meinem Loch kriechen, damit es nicht zufriert und ich für immer dort unten bleibe.
Dann war der Akku ihres iPods alle.
Irgendwann hat sie alle Fotos abgerissen, so wütend, dass immer ein paar Fetzen der weißen Tapete an den Klebestreifen hängen blieben, aber sie wollte die glücklichen Zeiten nicht jeden Morgen nach dem Aufstehen sehen, sie wollte nicht realisieren, wie sich alles verändert hatte, wie leicht es früher gewesen war.
Komisch, dass man so viele Interpreten findet, die scheinbar den gleichen Schmerz verspüren wie sie, wenn man sich erst mal in der Situation befindet. Dann ist es, als hätte man Seelenverwandte gefunden, unter den vielen Rappern, den vielen Musikern, die ihr Leid in die Noten trugen und mit wütender Stimme den Schmerz aus dem Kopf sangen. Sie fand immer wieder neue Tracks, immer wieder bessere Zeilen, die ihre Lebenslage so gut beschrieben, dass sie manchmal dachte, jemand hat ihr in den Kopf gesehen.
Das war ein kleiner Trost, dass sie nicht alleine war.
„Nur wegen eines Jungen?“, fragten manche ungläubig, weil sie es nicht verstanden. Nur wegen eines Jungen, der nicht mehr ihrer war. Tut weh, so etwas zu hören, jedes Mal aufs Neue. Es tut weh, seine Bilder zu sehen, auf denen er so glücklich aussieht.
Wieso geht es ihm so gut, wieso geht es mir so schlecht? Wieso hat er einfach so abgeschlossen, wieso hänge ich noch so sehr an ihm, wie wenn man mit einem Schuh in ein Kaugummi tritt?
Und sie versuchen ja auch alle, sie zu verstehen. Sie erteilen ihr Ratschläge, versuchen, für sie da zu sein, hören ihr zu und reden ihr ein, dass es besser wird.
Natürlich wird es besser, irgendwann. Aber wenn dir die Lust an allem vergeht, hast du nicht mehr die Kraft, über die Zukunft nachzudenken.
Liebeskummer wäscht sich irgendwann aus, wie die Flecken aus einem Shirt. Irgendwann hat man alles so sehr durchgekaut, dass man den Schlussstrich zieht und neu beginnt.
Aber nicht jetzt, nicht morgen und gewiss nicht in nächster Zeit.
Vor Kurzem hat sie bemerkt, wie das ganze sie abgehärtet hat. Viele der dummen Kommentare prallten an ihr ab, als sei sie unter einer Glasglocke gefangen, die sie vor Bomben schützen sollte. Unnahbar – unantastbar.
Bald wird es Winter, dachte sie. Spätestens dann muss ich aus meinem Loch kriechen, damit es nicht zufriert und ich für immer dort unten bleibe.
Dann war der Akku ihres iPods alle.
Mittwoch, 11. August 2010
Mein Herz stolpert.
Jedes Mal, wenn ich frische Luft einatme, wenn ich ans Fenster trete und versuche, Sauerstoff aufzunehmen, habe ich das Gefühl, kotzen zu müssen.
Dann bleibt die Pumpe kurz stehen und ich denke, das war’s.
Und jedes Mal holpert es weiter.
„Über Stock und über Stein...“ und über dich und mich.
The Cinematic Orchestra - To Build a Home
Jedes Mal, wenn ich frische Luft einatme, wenn ich ans Fenster trete und versuche, Sauerstoff aufzunehmen, habe ich das Gefühl, kotzen zu müssen.
Dann bleibt die Pumpe kurz stehen und ich denke, das war’s.
Und jedes Mal holpert es weiter.
„Über Stock und über Stein...“ und über dich und mich.
The Cinematic Orchestra - To Build a Home
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